Rezension: John Boyne - Der Junge im gestreiften Pyjama


  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 30 (1. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596806836
  • ISBN-13: 978-3596806836
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
  • Originaltitel: The Boy in the Striped Pyjamas
  • Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 1,9 x 19 cm
  • Preis: 7,95€
Die Geschichte von »Der Junge im gestreiften Pyjama« ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt.


John Boyne wurde 1971 in Dublin, Irland, geboren, wo er auch heute lebt. Er studierte Englische Literatur und Kreatives Schreiben und bekam bereits als Student erste Auszeichnungen. Nach zahlreichen Kurzgeschichten hat er inzwischen sieben Romane geschrieben, von denen bisher drei auf Deutsch veröffentlicht wurden. Sein 2006 erschienener und bereit kurz darauf erfolgreich verfilmter Roman ›Der Junge im gestreiften Pyjama‹ wurde in über 40 Sprachen übersetzt, mit zahlreichen nationalen wie internationalen Auszeichnungen und Preisen geehrt und hat weltweit über fünf Millionen Leser gefunden.
Das Buch ist mir schon sehr oft begegnet und hat mich nicht mehr los gelassen, jetzt habe ich es dann doch endlich gelesen und bin total begeistert. Selten habe ich ein Buch so verschlungen wie dieses, obwohl die Seitenzahl recht überschaubar ist, hat das Buch tiefe und zieht einen unausweichlich in die Story. Ich war teilweise wie hypnotisiert und konnte es nicht aus der Hand legen.

Der Schreibstil ist luftig locker obwohl das Thema so bedrückend ist, schafft der Autor es mühelos die Thematik rüber zu bringen. Schon der Klappentext vermittelt, das es sich hierbei um etwas Ernstes handelt, doch ich hätte niemals gedacht, die Geschichte so leicht lesen zu können. Der Autor, der es ganz einfach schafft, das man die Welt durch die Augen des 9-Jährigen Brunos sieht, hat mich einfach umgehauen. Schon nach wenigen Seiten fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt und es ist als hätte man wirklich dort gelebt. Es wird nichts aufgesetzt, an den Haaren herbei gezogen sondern sehr realistisch und man kann sich gut vorstellen, das die Geschichte einmal genau so statt gefunden hat. Selbst wenn das eben nicht der Fall ist.

Das Ende hat mich schockiert und ich denke, es war genauso vom Autor gewünscht, es soll einen wach rütteln und zeigen wie verschwommen die Grenzen teilweise sind. Ich kann nicht sagen, das mich das Buch unbedingt glücklich gemacht hat, denn dafür war die Thematik einfach zu ernst. Und trotzdem hat mich das Lesen dieser Geschichte begeistert. Ich setze mich gerne mit der Thematik auseinander und vor allem wenn es auf solch eine interessante Weise passiert, wie bei diesem Buch. ich könnte mir gut vorstellen, das dieses Buch zu einem echten Klassiker wird, es ist einfach zeitlos und spannend.

Trotz der kurzen Seitenzahl, schafft der Autor es sehr viele Details hervorzuheben und besonders die Landschaft nicht außen vor zu lassen. Der Unterschied zwischen den einzelnen "Schauplätzen" der Geschichte ist enorm und auch die Menschen ändern sich rapide. Es gibt nicht nur einige sympathische Charaktere sondern mindestens genauso viele unsympathische Charaktere. Die Mischung hat mir gut gefallen und auch das man regelmäßig neue Charaktere kennen lernt konnte mich überzeugen.

Ein wirklich tolles Buch mit einer sehr ernsten Geschichte, die spielend leicht vermittelt wird und mich tagelang nachdenklich zurück gelassen hat. Dieses Buch wird sicherlich eines derer, die ich nicht zum letzten mal gelesen habe. Ich kann hier einfach nur eine volle Punktzahl geben und wenn es ginge würde ich wohl noch mehr Punkte vergeben!



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